Grundlagen

Was ist Anthroposophische Pflege?

Ziel Anthroposophischer Pflege ist es, Menschen in Phasen von Krankheit und Pflegebedürftigkeit zu helfen, ihren individuellen Weg auf der leiblichen, seelischen und geistigen Ebene zu gehen. Sie leistet damit, gemeinsam mit Ärzten und Therapeuten, ihren Beitrag zur Verwirklichung einer spirituellen Heilkunst.

Anthroposophische Pflege2026-01-28T11:11:12+01:00

„Anthroposophie“ heißt wörtlich übersetzt „Weisheit vom Menschen“. Und es steckt so viel Weisheit im menschlichen Körper, Harmonie in der menschlichen Seele und Kreativität im menschlichen Geist! Anthroposophie will dazu beitragen die Beziehungen zwischen dem Menschen, der Natur und dem Kosmos besser zu verstehen. Die naturwissenschaftliche Perspektive geht dabei einher mit einer geistigen – philosophischen – kosmologischen.
Was bedeutet dies für die Pflege – für den wahrnehmenden Blick und die handelnde Hand?
Anthroposophische Pflege beschäftigt sich zum Beispiel mit folgenden Fragen:

  • Wie können wir mit Wärme, Licht, Farben, Pflanzen oder mineralischen Substanzen zu Gesundheit und Wohlbefinden beitragen?
  • Wie können wir durch einen verantwortungsvollen Lebensstil Krankheiten vermeiden und der Natur und den Mitmenschen ein friedliches Zusammenleben erleichtern?
  • Wie können wir Schicksalsschlägen standhalten und sie interpretieren?
  • Wie können wir berufliche und fachliche Entscheidungen aus unserem Gewissen heraus treffen anstatt aus einseitigen Sachzwängen?
  • Wie kann die innere Haltung eines Menschen auf einen anderen Menschen gesundend oder kränkend wirken?

Jede Wissenschaft gründet sich auf Forschung. Anthroposophische Medizin und Pflege stehen hier an einem Anfang. Forschung beginnt mit Erfahrungsaustausch und in einem zweiten Schritt mit Fragen, die nicht unmittelbar aus der Erfahrung beantwortet werden. Seit langem kennt man in der Volksmedizin und in der Naturheilkunde die heilsame Wirkung der Arnika bei stumpfen Verletzungen äußerlich und innerlich. Aber wie ist die optimale Applikationsform der Arnikatinktur? Gibt es eine optimale Tageszeit für ihre Anwendung? Braucht es eine bestimmte innere Haltung bei der Anwendung oder wirkt Arnika unabhängig davon? Zeigt sich ein Unterschied zwischen beidem und welcher? Woher kann die Arnika was sie als Heilmittel leisten kann? Diese fragende und forschende Gesinnung liegt diesem Vademecum für Äußere Anwendungen zugrunde: Erfahrungen teilen, miteinander ins Gespräch kommen, weiterführende Fragen entwickeln, sich Mut machen, aus Fehlern lernen, Forschungen anregen.
Dieser Prozess kann uns zu einer gediegenen Fachkunde Äußerer Anwendungen leiten. Dann wird Pflege zur Kunst. Zur Heilkunst im Zusammenwirken von Patienten – Ärzten – Therapeuten und Pflegenden.

Anthroposophische Pflege ist vor allem eine Haltung gegenüber dem Pflegebedürftigen. Praktisch, herzlich, leicht. Immer respektvoll. Sie weicht existenziellen Fragen nicht aus. Sie hat mehr Fragen als Antworten. Sie steht am Anfang eines großen Abenteuers: Sich mitverantwortlich machen.

Rolf Heine & Maria Kusserow 2018

Allgemeine Grundlagen Äußere Anwendungen

Bäder, Kompressen und Einreibungen gehören seit Jahrtausenden in den Heilmittel- Schatz aller Kulturen. Entgegen der Zeittendenz integrierten die Begründer der Anthroposophischen Medizin bereits 1921 diese Behandlungsverfahren als vollgültigen Bestandteil in ihre auf der naturwissenschaftlichen Medizin aufbauenden Heilkunst.

Modernes Therapieverfahren oder vorwissenschaftliches Hausmittel?2026-01-28T11:21:55+01:00

Damit erneuerten sie ein Therapieverfahren, das in den letzten Jahren nun wieder
eine Renaissance auch im naturwissenschaftlich geprägten klinischen Bereich erlebt.
Unter dem beharrlichen Ersuchen vieler Patienten, die sich eine ergänzende
Behandlung mit „natürlichen“ Mitteln wünschen, beginnt man die Wirksamkeit äußerer
Anwendungen wissenschaftlich zu untersuchen. Auch die Patienten selbst machen sich
kundig und so haben äußere Anwendungen in der Selbstmedikation besonders bei
kleineren Beschwerden, die das Befinden aber erheblich beeinträchtigen können,
inzwischen wieder einen festen Platz.

Die Praxis der Anthroposophischen Medizin greift über den naturheilkundlichen und
den in der Selbstmedikation möglichen Ansatz hinaus. Hier werden Anwendungen nicht
nur zur Linderung akuter oder chronischer Beschwerden genutzt, sondern gezielt
zur Unterstützung und Ergänzung von Medikamenten eingesetzt. Gerade bei therapieresistenten Zuständen geben sie immer wieder entscheidende Impulse oder sind gar der maßgebliche Heilfaktor einer Behandlung. Verwendet
werden Substanzen aus dem Mineralreich wie Quarz, Schwefel, Kupfer oder Gold. Sie
kommen gelöst in Wasser, Öl oder in einer Salbengrundlage verarbeitet zur
Anwendung. Auch Auszüge aus Kamille, Arnika, Schafgarbe und vielen anderen
Heilpflanzen werden auf die Haut aufgebracht. Nicht zuletzt wird die Heilkraft
bestimmter tierischer Produkte oder Nahrungsmittel, beispielsweise Quark und Honig,
auch äußerlich genutzt.

Quelle: Rolf Heine, 2009, www.vfap.de

Ein Überblick über die verschiedenen Anwendungsformen

Wickel und Auflagen Äußere Anwendungen bedürfen zu ihrer Beschreibung der näheren Bezeichnung. Es gibt je nach Blickwinkel jeweils verschiedene Bezeichnungen für die gleiche Sache.

Grundlegende Gesichtspunkte zur Wickeltechnik2026-01-28T11:31:52+01:00

Zum Begriff „Wickel“ Äußere Anwendungen sind Vermittler von Heilprozessen über die Haut. Einen großen Anteil haben dabei die dreiteilig aufgebauten Wickelanwendungen: Ein Innentuch ist Träger eines Agens verschiedenster Art; es folgt ein zweites und ein drittes – die genaue Beschreibung der Tücher erfolgt an anderer Stelle(siehe „Allgemeine Hinweise für die Durchführung von Wickeln“). Das Innentuch wird behutsam, jedoch zügig aufgelegt; das zweite Tuch (Zwischentuch) wird, die Leibesform nachbildend, anplastiziert; das dritte äußerste Tuch (Außentuch) schließt ab und macht die Anwendung zu einer Ganzheit.

Es folgt das Zudecken: Schultern einschlagen, der Halsbereich sollte dabei nicht eingeengt werden, die Decke von beiden Seiten dem Körper möglichst dicht anlegen. Die auf diese Art feste Packung gibt dem Menschen – der sich jetzt dem Lösen/ Auflösen im Leiblichen und Loslassen des Bewusstseins anvertrauen muss – Sicherheit sowie Halt durch diese Betonung seiner Leibesgrenzen von außen. Er erlebt sich als Ganzheit und kann einschlafen.

So ist einerseits ein Organ oder ein bestimmter Körperbereich umwickelt, andererseits ist der ganze Mensch mit seiner Anwendung eingehüllt. Möchte man nun in der Beschreibung die medikamentöse Schicht der Anwendung betonen (und deren Größenverhältnis zum behandelten Körperbereich oder zum ganzen Körper), so spricht man von Auflage, Kompresse, Umschlag. Blickt man auf die vollständige örtliche Applikation oder sogar auf den Patienten, an dem sie angewendet ist, ist die Bezeichnung „Wickel“ am zutreffendsten und allgemeingültigsten. Sie beinhaltet auch, dass ein Mensch wickelt und ein anderer gewickelt wird.

Prototyp eines Wickels ist der feucht-heiße und feucht-warme Wickel. Nach ihm werden die meisten Äußeren Anwendungen Wickel genannt. Nach dem jeweils behandelten Organ oder Körperbereich werden sie Brust-, Leber-, Bauch-, Pulswickel benannt, oder nach dem zugesetzten Agens Arnika-, Calendula-, Zwiebelwickel, oder nach beidem: Schafgarben-Leberwickel. Eine Besonderheit stellen die Breiumschläge (Kataplasmen) z.B. mit Senfmehl, Ingwermehl, Quark, Zwiebeln, Kartoffeln dar. Die Bezeichnung „Wickel“ für Äußere Anwendungen ist in Deutschland als eine anerkannte Bezeichnung bis in die Gesetzgebung vorgedrungen.

Grundlagen für die Durchführung von Wickeln und Auflagen

Siehe auch „Allgemeine Hinweise für die Durchführung von Wickeln“

Je wohliger und entspannter ein Patient im Wickel liegen kann, umso größer ist seine leibliche und seelische Aufnahmefähigkeit für die therapeutischen Impulse einer äußeren Anwendung. Das erreichen wir durch eine gut durchdachte, sorgfältige Vorbereitung und Durchführung (Wärme, Lagerung, Ruhe etc., siehe unten). Während einer Anwendung sollte der Patient seinen Leib dieser Anwendung ungestört überlassen können, damit der Organismus in den Dialog mit der Heilsubstanz treten kann. Deshalb übernehmen Pflegende die Abnahme des Wickels, nicht der Patient selbst, damit zwischen Wickelabnahme und Nachruhe keine Unterbrechung dieses Prozesses entsteht.

1) Wärme ist Voraussetzung für die Zirkulations- und Heilprozesse, die wir in der Äußeren Anwendung in die Wege leiten wollen. Daher müssen entsprechende Wärmedefizite beim Patienten beachtet und ggf. vorab schon ausgeglichen werden (Füße müssen warm sein). Umgekehrt sollte der Organismus nicht durch zusätzliche Wärmequellen von der eigentlichen Wirkung der Anwendung abgelenkt werden (keine Heizdecke, keine Wärmflasche an den Füßen während der Wickelanwendung).

In der Anthroposophischen Medizin spielt bei Wickeln und Auflagen die Variationsbreite der Wärme mit einer dezidierten Dauer eine wichtige Rolle. Feuchte Wärme auf und über die Haut wirkt auflösend bis in die Tiefe der kranken Organe. Sie verhilft zu einem „sensiblen Chaos“ (2) und macht damit den Bildekräften den Weg frei für Ordnung auf allen Ebenen der Leibesverwandlung. Diese Ordnung kann neu einziehen und sogar individuell werden. Das Bewusstsein des Patienten ist während dieser, den Leib umbildenden schöpferischen Vorgänge, naturgemäß herabgedämpft und muss es sein dürfen. Hier wird die zwingende Notwendigkeit ausreichender Wickeldauer und vor allem jeweils ausreichender Nachruhe einsehbar. Ohne diese schädigt man den Organismus eher, als dass man ihm mit einer Äußeren Anwendung nützt.

2) Nur reine Naturmaterialien verwenden, da diese im Gegensatz zu synthetischen Beimischungen in der Lage sind, hinsichtlich Wärme und Feuchtigkeit für einen Ausgleich zu sorgen. Das Innentuch ist immer aus glatter Baumwolle, um möglichst viel Kontakt der Substanz mit der Haut zu erreichen. Das Zwischentuch sollte saugfähig und gut anplastizierbar sein. Das Außentuch (Wolle, Molton oder auch Frottee) soll die beabsichtigte Wärme halten und überschüssige Feuchtigkeit aufnehmen. Ein Bettschutz aus Gummi oder Plastik erübrigt sich hierdurch.

3) Dauer und Wirkung: in der Regel soll ein Wickel eine halbe Stunde dauern, dann wird alles Material entfernt (auch die Wärmflasche), die Stelle abgedeckt, und es folgt die Nachruhe mit einer halben Stunde. Diese ist unbedingt einzuhalten. „ Die Zeit der direkten Einwirkung dient zur Chaotisierung, zur Lösung kranker Verhältnisse. In der Nachruhe eignet sich der Organismus in einer schöpferischen Phase die Wirkung des Wickels an, und baut neue Ordnung auf. Ein neues Ineinandergreifen der Körperprozesse kann sich einstellen.“ (1) Das Geheimnis der Wirkung einer Wickelanwendung ist: an einer Stelle des Körpers wird etwas gemacht und es reagiert der ganze Organismus. Das, was an Heilmitteln auf die Haut aufgebracht wird, wird durch das Strömen in die Tiefe des Leibes-Inneren mitgenommen und entfaltet seine Wirkung im Ganzen.

4) Für die Vorbereitung des Patienten und der Anwendung benötigt es eine konzentrierte Achtsamkeit, damit die „Zutaten“ wirklich stimmen. Sicherheit in der Handhabung und zügiges, vorausschauendes Verhalten der Pflegeperson erzeugt beim Patienten Sicherheit und schafft Vertrauen. Mit einer gelungenen, den Zustand verbessernden Anwendung werden für den Patienten Heilkräfte spürbar und Hoffnung keimt.

(1) Kusserow, M., Weleda Korrespondenzblätter für Ärzte, Nr.133, 1992
(2) Schwenk, Th., Das sensible Chaos. Vol. 10. Stuttgart: Verlag Freies Geistesleben, 1962.

Die Rhythmischen Einreibungen nach Wegman/Hauschka Die Rhythmischen Einreibungen (RE) wurden von der Ärztin Ita Wegman in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf dem Boden der anthroposophischen Medizin im Zusammenhang mit der Rhythmischen Massage entwickelt. Nach dem 2. Weltkrieg wurden sie durch Dr. Margarethe Hauschka zu einem lehrbaren Konzept ausgearbeitet und seit etwa 1980 vor allem durch Pflegende für die professionelle Anwendung und den Alltag modifiziert und konkretisiert.

Grundlegende Gesichtspunkte zu Rhythmischen Einreibungen2026-01-28T11:36:20+01:00

Durchführungsqualitäten Eine Rhythmische Einreibung zeichnet sich durch eine sehr behutsame Berührungsintensität aus, bei der die Hand des Einreibenden in rhythmisch gestalteten, meist kreisenden Streichbewegungen den Körper behandelt. Dabei verbindet sich die Hand mit dem Gewebe, „ohne zu bedrängen“ und löst sich, „ohne zu verlassen“. Die Umkehrmomente in dem rhythmischen Prozedere garantieren den eindeutigen Qualitätswechsel und den Zusammenhalt zwischen den Polen. Gleichzeitig entsteht durch elastische Anpassung und stetige Veränderung immer wieder eine Variation. Die alles bestimmende Leichte der Berührung – insbesondere in der Lösungsphase – wird auch als „saugende“ Qualität bezeichnet. Damit ist die der Schwerkraft entgegen wirkende Kraft gemeint. Behandelt werden Arme, Beine, Rücken, Brust und Bauch – sowohl als Teil-Einreibung (Fuß-, Unterschenkel-, Knie- oder Schultergelenks-Einreibung) als auch in Kombination oder als Ganzkörper-Einreibung.

Spezialformen der Einreibungen
Spezialformen der Rhythmischen Einreibungen sind die Einreibung von Milz, Leber, Nieren, Herz, Blase, Solarplexus und die Pentagramm-Einreibung in der Pflege. Diese Einreibungen erfolgen häufig mit Metallsalben über dem jeweiligen Organgebiet. Die Behandlung bewirkt eine Unterstützung der spezifischen Organfunktionen.

Wirkungen
Die Wirkungen sind vielfältig und variieren individuell mehr oder weniger stark. Dennoch lassen sich Gemeinsamkeiten benennen. Die phänomenologische Studie von Dr. M. Bertram (2005) führte zur Beschreibung von drei Reaktionsmustern: Lösen, Wieder-Einssein und Neuvermögen. Hierbei handelt es sich um habituelle Veränderungen des Krankheitserlebens und der Befindlichkeit. Menschenkundlich betrachtet erklären sich die Wirkungen u.a.

  • Ein Punkt nach dem Konzept der Funktionellen Dreigliederung: Die Rhythmischen Einreibungen stellen einen harmonischen Ausgleich zwischen den Formtendenzen des Nerven-Sinnes-Systems und den Auflösungstendenzen des Stoffwechsel-Gliedmaßen-Systems her.
  • nach dem Konzept der Vier Wesensglieder: Die Seele und das Ich können wieder harmonischer mit den Lebenskräften im Leib des Menschen zusammenwirken.

Anwendungsbereiche
Rhythmische Einreibungen können in allen klinischen Bereichen praktiziert werden: Beispiele: Säuglings- und Kinderpflege, Geburtshilfe (vor und nach der Geburt), Kinderheilkunde, Psychosomatik aller Lebensalter, Psychiatrie bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, Neurologie, Frührehabilitation, Rehabilitation (Kurwesen), Pflege/Betreuung des alten Menschen. Weiter haben sie einen Platz in der Heilpädagogik/Sozialtherapie, bei ambulanten Pflegediensten sowie in der Familie und der häuslichen Pflege/Betreuung.
Kontraindiziert sind vor allem hochakute und ungeklärte Situationen, in denen andere Maßnahmen Vorrang haben.

Quelle: www.vfap.de

Leitgedanken zu den Teileinreibungen Die Rhythmischen Einreibungen nach Wegman/ Hauschka können sowohl als Ganzkörpereinreibung als auch als Teileinreibung einzelner Körperpartien angewandt werden. In den folgenden beiden Kapiteln finden Sie eine Übersicht zu Wirkung und Indikationen der Teileinreibungen. Der besseren Übersicht halber sind sie aufgeteilt in die „allgemeinen“ Teileinreibungen und die Organeinreibungen.

Beschreibung der Wirkung und Indikation der Rhythmischen (Teil-) Einreibungen2026-01-28T12:02:21+01:00

Arme

Leitgedanke
Die Einreibung der Arme hat eine aufbauende Wirkung auf den inneren Stoffwechselorganismus und die Atmung.
Die Arme sind entlastet von der Schwere und haben eine losere Verbindung zum Körper als die Füße und Beine. Sie sind frei beweglich und können dadurch kreative Tätigkeiten ausführen, um der Seele Ausdruck zu verleihen, wie durch Musizieren, Handwerken, Schreiben usw. Diese Kräfte können an die Welt verschenkt werden. Sie können aber auch durch die Einreibung der Arme in den Körper zurück geleitet werden und dort aufbauend wirken. Die Armeinreibung setzt sich zusammen aus fünf Teileinreibungen: Hand, Unterarm, Ellbogen, Oberarm, Schulter.

Indikationen

  • Erschöpfungszustände (z.B. Mütter von Kleinkinder), Nervöse Erschöpfung (z.B. Bildschirmarbeit)
  • Asthma, COPD
  • Sinnesüberempfindlichkeit und Stoffwechselschwäche
  • Magersucht, Bulimie
  • Kachexie bei Tumoren und chronischen Entzündungen (wie Aids)
  • Hemiplegie
  • Lymphödeme

Beine

Leitgedanke
Die Einreibung an den Beinen und Füßen regt den Stoffwechsel an und fördert die Ausscheidung. Wir unterstützen damit auch die Thrombose-und Dekubitusprophylaxe, regen die Durchblutung an und damit auch die Wärmebildung bei kalten Extremitäten. Bei Schmerzen durch Arthrose oder Rheuma wirkt die Einreibung belebend auf die Gelenke und das ganze Bein. Die Beineinreibung beinhaltet 4 Teileinreibungen: Unterschenkel, Knie, Oberschenkel und Fuß.

Indikationen

  • Verstopfung
  • Schmerzen: im Unterschenkel-und Kniebereich bei Arthrose und Rheuma
  • Schwere, müde Beine
  • Kalte Extremitäten
  • Hemiplegie: bei Spastik und schlaffen Lähmungen
  • Durchblutungsstörungen
  • Lymphstau, Ödeme
  • Unterstützung der Dekubitusprophylaxe
  • Unterstützung der Thromboseprophylaxe
  • Wehenfördernd

Unterschenkel (Wadeneinreibung)

Leitgedanke
Die Unterschenkeleinreibung belebt das Bein. Der Behandelte empfindet die Wade leicht und geweitet und erlebt eine entkrampfende und beruhigende Wirkung.

Indikationen

  • Als Einschlafhilfe in Kombination mit der Fusseinreibung
  • Zur Beruhigung bei Angst und Panikattcken in Kombination mit der Fusseinreibung
  • Unterstützung der Thromboseprophylaxe

Knie

Leitgedanke
Das Knie ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers. Es wird stark von Schwerekräften belastet und andererseits von den stärksten Muskeln des Körpers bewegt und stabilisiert. Das Gelenk selbst bildet durch Knorpel-und Gelenksflüssigkeit einen Auftriebsraum, der Beweglichkeit und Überwindung der Schwerkraft ermöglicht. Bei der Einreibung wird das Knie umhüllt und durchwärmt. Die Lebensprozesse im Gelenk werden in einer Weise angeregt, die sowohl bei entzündlichen Schwellungen, als auch bei degenerativen Veränderungen die Beweglichkeit fördert und Schmerzen lindern kann.

Indikationen

  • Schmerzen
  • Trauma und Schwellung
  • Kälteempfindung am Knie
  • Vorsicht bei akut entzündlichen Kniegelenkserkrankungen

Oberschenkel

Leitgedanke
Die rhythmisierende und belebende Einreibung wirkt anregend auf die Bauch-und Ausscheidungsprozesse und den Urogenitalbereich.

Indikationen

  • Obstipation
  • Meteorismus
  • Entzündlich bedingte Schwellung der Kniegelenke
  • Anregung der Wehentätigkeit

Fuss

Leitgedanke
Aufgabe der Füße ist es, den menschlichen Körper zu tragen und auf kleinster Fläche, zwischen Ballen und Ferse, die Balance der Aufrechte zu ermöglichen. Das Fußgewölbe entzieht sich der Schwerkraft. Die Fußeinreibung ermöglicht eine Lösung des Seelischen aus dem Sinnes-Nervensystem, dadurch kann der Kopfpol entlastet und das Einschlafen unmittelbar gefördert werden. In eindrucksvoller Weise kann auch der Lösungsprozess im Sterben erleichtert werden.

Indikationen

  • Als Einschlafhilfe (Gedankenkreisen), Schlaflosigkeit bei Überarbeitung
  • Kalte Füsse
  • Traumabedingte Störungen
  • Nach der Geburt

Bauch

Leitgedanke
Bei vielen Menschen ist die Bauchregion verspannt und die Darmbewegungen sind gestört. Durch Wärmekreise bei der Baucheinreibung wird diese Region durchwärmt, was entspannend und rhythmisierend wirkt.

Indikationen

  • Anregung der Peristaltik bei Darmträgheit (auch bei neurologischen Störungen)
  • Blähungen
  • Reizdarmsyndrom
  • Nach der Geburt Rückbildung von Haut und Muskulatur

Rücken und Nacken

Leitgedanke
Viele Menschen erleben ihre Belastung unbewusst in einer zunehmenden Verspannung von Schultern und Nacken, verbunden mit einer Schwäche im unteren Rücken. Durch Abstriche und Wärmekreise können sich Verspannungen lösen und das Spiel der Rückenmuskulatur belebt werden.
Die Atmung vertieft sich und der Patient fühlt sich durchwärmt und entspannt bis in die Tiefe der Muskulatur und der Seele.

Indikationen

  • Rückenbeschwerden
  • Verspannungsbedingte Kopfschmerzen
  • Nackenschmerzen (Schulter-Nackensyndrom)
  • Belebung und Anregung der Atmung, bei Asthma Bronchiale, COPD
  • Beruhigend bei Panik und Angst
  • Als Einschlafhilfe in Verbindung mit der Fußeinreibung
  • LWS-Syndrom, muskulär bedingte Lumbalgien
  • Während und nach der Entbindung
  • Hyperaktivität
Beschreibung der Wirkung und Indikation Rhythmischer Organeinreibungen2026-01-28T12:22:08+01:00

Milz

Leitgedanke
Die Milz entwickelt im zirkulierenden Blut die stärkste reinigende Kraft gegenüber Krankheitserregern und Allergie auslösenden Substanzen, gleichzeitig eliminiert sie gealterte Blutzellen aus dem Kreislauf und verjüngt damit fortwährend das Blut. Eine gesunde Milzfunktion kann die schädlichen Folgen von unverträglicher und unrhythmisch eingenommener Nahrung ausgleichen. Laut Rudolf Steiner kann eine gesunde Milz einen Instinkt wecken für die Unverträglichkeit bestimmter Nahrungs-und Genussmittel. Eine Milzeinreibung kann das Gespür fördern für einen gesunden Ernährungsrhythmus, der Pausen lässt, in denen die Nahrung vollständig verdaut werden kann.

Indikationen

  • Starke Infektanfälligkeit
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit und Allergien
  • Neurodermitis
  • Suchterkrankungen (z.B. Alkoholabhängigkeit)
  • Konstitutionelle Überempfindlichkeit und Abgrenzungsstörungen

Leber

Leitgedanke
Die gesunde Leber hat keine scharf umrissene Form. Der Aufbaustoffwechsel steht im Vordergrund und dominiert in der Nacht, in der das Lebervolumen um ca. 20 % zunimmt. Am Tag sondert die Leber die Galle ab, die in der Gallenblase gespeichert und konzentriert werden kann und gleichzeitig nimmt das Lebervolumen wieder ab. 5 verschiedene Flüssigkeiten strömen durch die Leber (Pfortaderblut, arterielles und venöses Blut, Lymphe, Galle). Über die Galle trägt die Leber dazu bei, die Fette als wichtige Energiequelle des Menschen zu erschließen und zugleich scheidet die Leber auf diesem Weg zahlreiche Gifte aus.
Eine Einreibung am Abend unterstützt die Aufbauseite der Leber. Eine morgendliche Einreibung spricht dagegen mehr die tätige Gallenseite an.

Indikationen

  • Aufbauschwäche, auch nach Chemotherapie
  • Nach Antibiotika und leberschädigenden Medikamenteneinnahme
  • Verstopfung, Verdauungsschwäche
  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Depressive Verstimmung
  • Chronische Lebererkrankung

Niere

Leitgedanke
Nieren und Nebennieren bilden ein gemeinsames System. Eine elementare Funktion der Nieren ist die Ausscheidung von Salzen und stickstoffhaltigen Substanzen aus dem Eiweißabbau mit dem Urin. Dadurch entgiften sie den Organismus. Bei Aufregung und übergroßer Wachheit, z.B. unter Stress steigert sich die Urinausscheidung. So wird bereits offensichtlich, dass die Absonderung der Nieren eng mit dem Seelischen zusammen hängt. Deutlicher wird das Eingreifen des Seelischen in das Nieren-Nebennierensystem, wenn man bedenkt, welche Substanzen dieses System nach innen, ins Blut absondert. Am bekanntesten sind die Stresshormone Adrenalin und Cortisol, die das morgendliche Erwachen erst ermöglichen. Der arterielle Blutdruck wird von diesem System reguliert. Ein seelisch belastendes Ereignis kann uns an die Nieren gehen (der Blutdruck steigt, die Urinausscheidung wird beeinflusst). Eine wichtige Rolle spielen die Nieren in der Regulation der Atmung und sie reagieren empfindlich auf Unterkühlung. Über das Nieren-Nebennierensystem verbindet sich die Seele intensiv mit dem Körper.

Die Rhythmischen Einreibungen bewirken eine intensive Durchwärmung der Nieren-Nebennierenregion. Die Niereneinreibung kann je nach Spannungszustand des Patienten regulativ wirken; bei einem zu schwachen Eingreifen des Seelischen mit niedrigem Blutdruck, Ohnmachtsneigung, Schwäche, kann die Einreibung anregend wirken; bei einem erhöhten Tonus, z.B. bei verkrampfter Rückenmuskulatur, Neigung zu Blutdruck- anstieg kann die Rhythmische Einreibung eine wohltuende Entspannung bewirken.
VORSICHT: bei entzündlichen Nierenerkrankungen.

Indikationen

  • Nervöse Patienten mit labilem Blutdruck: morgendliche Niereneinreibung bei zu schwachem Eingreifen des Seelischen, Müdigkeit und Unkonzentriertheit, Schwäche.
  • Einschlafstörungen, muskuläre Verkrampfungen: abendliche Einreibung
  • Asthma, COPD
  • Reizdarmsyndrom
  • Magersucht (regt das Eingreifen des Seelischen ins Leibliche an)
  • Innere Kälte (Neigung zu Anämie)

Blase

Leitgedanke
Verletzungen, Operationen, neurologische Erkrankungen können die Blase entscheidend schwächen. Im Alter trifft häufig eine Blasenschwäche auf. In all diesen Fällen kann eine Blaseneinreibung das Organ vitalisieren.

Indikationen

  • Reizblase
  • Nach Blasenentzündungen
  • Inkontinenz
  • Harnverhalten

Herz

Leitgedanke
Unser Leben und unsere Empfindung sind unmittelbar mit der Herzbewegung verbunden. Als Hohlmuskel nimmt das rechte Herz das Blut aus der unteren und der oberen Hohlvene auf, während im linken Herz das Blut aus den Lungenvenen zusammenströmt. Das Herz vermittelt fortwährend zwischen dem einströmenden, venösen und dem wegströmenden, arteriellen Blut. Dabei passt sich der Herzschlag fortwährend den Bedürfnissen des Organismus an. Im Herzen wird nahezu unbewusst der ganze Organismus empfunden. Im Herzschlag spiegeln sich unmittelbar unsere Gefühle. Das Herz ist das Organ mit der höchsten Wärmeentwicklung im Organismus. Die Herzeinreibung bildet den Prozess des Einströmens, des sich Zentrierens und das Ausströmen des Blutes nach. Sie hat eine beruhigende Wirkung auf die Empfindung des Patienten.

Indikationen

  • Herzneurose (Herzbeklemmung und Unruhe)
  • Panikattacken
  • Depressionen bei Herzerkrankungen

Das Öldispersionsbad (Jungebad) Mit dem Vademecum-Internetauftritt nutzen wir die Flexibilität, die Homepage Stück für Stück aufzubauen und zu erweitern. So sind auch noch nicht alle angedachten allgemeinen Beiträge fertiggestellt. Schauen Sie doch später noch einmal an dieser Stelle vorbei, vielleicht ist der fehlende Artikel ja inzwischen ergänzt worden.

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