Damit erneuerten sie ein Therapieverfahren, das in den letzten Jahren nun wieder
eine Renaissance auch im naturwissenschaftlich geprägten klinischen Bereich erlebt.
Unter dem beharrlichen Ersuchen vieler Patienten, die sich eine ergänzende
Behandlung mit „natürlichen“ Mitteln wünschen, beginnt man die Wirksamkeit äußerer
Anwendungen wissenschaftlich zu untersuchen. Auch die Patienten selbst machen sich
kundig und so haben äußere Anwendungen in der Selbstmedikation besonders bei
kleineren Beschwerden, die das Befinden aber erheblich beeinträchtigen können,
inzwischen wieder einen festen Platz.
Die Praxis der Anthroposophischen Medizin greift über den naturheilkundlichen und
den in der Selbstmedikation möglichen Ansatz hinaus. Hier werden Anwendungen nicht
nur zur Linderung akuter oder chronischer Beschwerden genutzt, sondern gezielt
zur Unterstützung und Ergänzung von Medikamenten eingesetzt. Gerade bei therapieresistenten Zuständen geben sie immer wieder entscheidende Impulse oder sind gar der maßgebliche Heilfaktor einer Behandlung. Verwendet
werden Substanzen aus dem Mineralreich wie Quarz, Schwefel, Kupfer oder Gold. Sie
kommen gelöst in Wasser, Öl oder in einer Salbengrundlage verarbeitet zur
Anwendung. Auch Auszüge aus Kamille, Arnika, Schafgarbe und vielen anderen
Heilpflanzen werden auf die Haut aufgebracht. Nicht zuletzt wird die Heilkraft
bestimmter tierischer Produkte oder Nahrungsmittel, beispielsweise Quark und Honig,
auch äußerlich genutzt.
Quelle: Rolf Heine, 2009, www.vfap.de

