Wundbehandlung mit Honig-Rinderfettcreme

  • Erfordert fachlich-medizinische Begleitung

Leitgedanke zur Anwendung:

Was der Honig am Organismus zu leisten vermag, kann man bei seiner Verwendung in der Wundbehandlung beobachten: er greift dort vielfältig in den Stoffwechsel ein, ja er fördert den Stoffwechsel in einem chronisch verlaufenden Wundheilungsprozess und wirkt antiseptisch.
Es sind die vielfältigen Inhaltsstoffe im Honig Grundlage für seine breite Wirksamkeit. Insbesondere werden seine Wasserbindungsfähigkeit, seine stark antimikrobielle Wirksamkeit sowie seine granulationsfördernden Eigenschaften bei der Wundbehandlung geschätzt. Der Honig stellt sich somit als eine Hilfe dar, um träge und sich verselbstständigende Stoffwechselprozesse wieder zu integrieren in aufbauende und heilende Prozesse.

Das Rinderfett wirkt wärmend und dient als Stütze, da es verhindert, dass der Verband am Granulationsgewebe haftet.

Besonderheiten:

Das Fallbeispiel einer Ulcus cruris Behandlung handelt in einer Klinik für primäre Gesundheitsversorgung, des öffentlichen Gesundheitswesens, in Ruiz de Montoya, Misiones, Argentinien, und in Misiones auch in der häuslichen Pflege.

Die Creme wird von der einheimischen Bevölkerung zur Vorbeugung oder bei Superinfektionen auf Hautwunden aufgetragen. Der Honig wirkt antiseptisch, und das Fett dient als Stütze, da es verhindert, dass der Verband am Granulationsgewebe haftet.

Zubereitung der Creme:
Die Zutaten sind ausgelassenes, gefiltertes Rinderfett und Bienenhonig in gleichen Anteilen, 50:50. Für die Zubereitung wird das Fett auf 45 Grad Celsius erhitzt, so dass es flüssig wird, dann wird der Honig zugegeben und beides mit dem Schneebesen kräftig verrührt, bis eine Creme entsteht, die im kalten Wasserbad langsam abkühlt. Sobald sich die Creme gebildet hat, wird die Creme nicht weiter gerührt, da sich die beiden Substanzen sonst wieder trennen. Sollte dies der Fall sein, kann die Creme wieder leicht erhitzt werden, bis sie sich zusammenfügt.

Bei empfindlichen Patienten kann es beim Auftragen der Creme zu einem brennenden Gefühl kommen. In diesem Fall sollte die Creme mit mehr Fett als Honig (60:40) hergestellt werden, bis es toleriert wird. Dann kehrt man bei der Herstellung wieder zum Verhältnis 50:50 zurück.

Material für den Wundverband

  • Gaze-Kompresse in der Grösse der Wundauflage
  • Honig-Rinderfettcreme
  • Schüssel mit klarem warmem Wasser
  • Zitronensaft
  • Fixiermaterial, z.B. Verband

Durchführung der Anwendung:

  • In das warme Wasser werden ein paar Tropfen Zitronensaft gegeben und damit die Wunde gereinigt.
  • In das gereinigte Wundbett, mit sauberem, sichtbarem Granulationsgewebe, wird die vorbereitete Creme aufgetragen
  • Wunde mit einer Kompresse abdecken und fixieren
  • Die Wundbehandlung wird 1-2mal pro Tag durchgeführt und die Kompresse wird 12-24 Stunden belassen.
  • Behandlung wiederholen, bis sich die Wunde schliesst.

Der Redaktion liegen für diese Anwendung keine Informationen über unerwünschte Wirkungen vor.

Die Patientin in einem argentinischen Gesundheitszentrum arbeitet vor allem in einer sitzenden Tätigkeit, sie ist 50 Jahre alt, fettleibig, mit metabolischem Syndrom (Typ-2-Diabetes, arterielle Hypertonie, Dyslipidämie) und hat Krampfadern an den Beinen. Die Haut an den Beinen zeigt eine ockerfarbene Verfärbung. Seit 6 Monaten leidet die Patientin an beiden unteren Gliedmassen an chronischen Ulcus Cruris. Die Wunde ist tief, mit deutlichen Rändern und einem eitrigen Geruch von Pseudomonas. 

Im Verlauf dieser Behandlung mit Honig-Rinderfettcreme erfolgt eine Aktivierung der Wundheilung, Beseitigung der Eiterung (Superinfektion mit Bakterien) und Granulation im Wundgebiet, bis die Wunde schließlich verheilt.  

Die Patientin freute sich, dass sich die Wunde langsam wieder heilt. Die Haut an der Stelle der Narbenbildung ist – wie bei verheilten Ulcus Cruris-Wunden üblich – schwächer, dünner und anfälliger für neue Wunden.  

Dr.Med. Mariana Mampaey, Argentinien

Ein junger Mann, der sich bei einer Explosion Verbrennungen im Gesicht zuzog. Er hatte  Hautverletzungen mit Verlust der Epidermis um die Augen, an der Nasenwurzel und an den Ohrläppchen. Durch eine Behandlung mit Honig-Rinderfettcreme-Kompressen kam es innerhalb von 10 Tagen zu einer Reepithelisierung ohne Narbenbildung. 

Dr.Med. Mariana Mampaey, Argentinien

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