Fußbad mit Senfmehl (schwarzer Senf/brassica nigra)
Leitgedanke zur Anwendung
Bei Beschwerden im Kopfbereich (z. B. Kopfschmerzen, Migräne, bei beginnenden grippalen Infektionen) hilft ein Fußbad mit dem Zusatz von schwarzem Senfmehl. Der Kopfbereich wird entlastet, weil auf der Haut am Fuß und der Wade eine entzündungsähnliche Reizung gesetzt wird. Das im Wasser gelöste Senfmehl setzt Senfglykoside frei. Diese wirken über die Haut bis in die Tiefe, wodurch der Stoffwechsel im Fußbereich kräftig anregt und so der gestaute Kopfpol entlastet wird (ableitende Behandlung).
Leitgedanke zur Substanz
- Funktionelle Amenorrhoe bei jungen Mädchen
- Depressionen
- Grippaler Infekt
- Beginnende Halsschmerzen
- Kopfschmerzen
- Migräne (siehe Fallbeispiel 2)
- Sinusitis (siehe Fallbeispiel 1)
- Zur Geburtseinleitung bei Übertragung
- Lochialstau
- Milchstau
- Beim Umgang mit Senf jeden Augenkontakt vermeiden. Empfindliche Hauttypen (Rothaarige) vertragen Senfanwendungen unter Umständen nicht, eventuell kürzere Anwendungszeit, eventuell lieber Ingwer benutzen.
- Der Senf ist eine heiße Anwendung, deshalb ist eine Gefahr der Verbrennung möglich bei nicht korrektem Umgang. Bei einem Fußbad ist allerdings die Verdünnung so stark, dass eine Verbrennung unwahrscheinlich scheint.
Besonderheiten:
Es gibt unterschiedliche Angaben zu Dosierung und Zeitdauer für Senffußbäder.
Dosierung und Dauer hängt von individueller Konstitution und Indikation ab.
Material:
- Fußbadewanne, Höhe wenn möglich bis unter die Kniekehle (alternativ Schüssel: das Wasser sollte ca. 2 cm über den Knöchel reichen, die Füße bequem in der Schüssel stehen können)
- Wasser, ca. 38 °
- Schwarzes Senfmehl (2 Handvoll bei Schüsselgröße, 2 Joghurtbecher voll bei hoher Fußbadewanne)
- Großes Frotteetuch
- Dusche oder Badewanne oder Krug mit klarem lauwarmem Wasser
Durchführung der Anwendung:
- Senfmehl in die Fußbadewanne oder die Schüssel geben und lemniskatisch („liegende Acht“) verrühren
- Patient setzt sich auf einen Stuhl, während seine Kniee mit dem Frotteetuch bedeckt sind und badet die Füße für maximal 20 Minuten im Senfbad. Die Senfglykoside reizen die Haut und verursachen einen stechenden Schmerz, die Haut rötet sich, was ein positives Zeichen ist.
- Nach dem Herausnehmen der Füße aus dem Bad muss das Senfmehl abgespült werden (in der Badewanne oder mit einem Krug klarem, lauwarmem Wasser).
- Füße abtrocknen, Zehenzwischenräume müssen sauber sein.
- 30 Minuten Nachruhe
Nachbereitung:
- Badewasser in die Toilette leeren – Spritzer in die Augen vermeiden!
Der Redaktion liegen für diese Anwendung keine Informationen über unerwünschte Wirkungen vor.
Es entsteht nach dem Bad eine wohlige Wärme, die den Organismus vom Kopf bis zu den Füßen durchzieht.
Redaktion
Sie erhielt dann während 6 Wochen anfangs täglich am Morgen, später zwei Mal wöchentlich ein Senffußbad von 15 Minuten. Nach 10 Anwendungen war die Verbesserung so deutlich, dass die Schmerzmedikamente reduziert werden konnten.
Die Patientin äußerte, dass die Fußbäder besser als jede Behandlung zuvor wirken. Die Anfälle kommen viel seltener (noch etwa einmal monatlich) und sobald sie Anzeichen davon wahrnimmt, macht sie ein Fußbad und hat damit die Beschwerden im Griff. Sie äußerte sich sehr zufrieden, denn ihre Familie litt vorher unter den Zuständen; ihre sozialen Kontakte kann sie wieder wahrnehmen und im Beruf fehlt sie nun nicht mehr.
Wineke Schoonbeek-van Lint, Niederlande
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